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Sanierung vs. Neubau: Ein Leitfaden zur richtigen Entscheidung

Nach der Analyse beider Optionen ist klar: Es gibt keine universelle Lösung. Jedes Unternehmen muss individuell bewerten, welcher Weg den größten Nutzen verspricht. Die drjve AG kann hierbei unterstützen. Die Entscheidung hängt zum einen von der Ausgangslage ab und zum anderen an den Anforderungen an das System. Es folgen Pro-Argumente beider Entscheidungsoptionen. Im Anschluss wird auf die Q & A potentiale Session eingegangen, bevor schlussendlich die Umsetzungsphase der Kernsanierung und des Neubaus beschrieben wird. Dies ist der letzte Artikel in der Blogreihe.

Pro-Argumente der Kernsanierung und des Neubaus

 

Die Gründe für die Anpassung der aktuellen Applikation können facettenreich sein. Zum einen kann sich der Druck vom Markt / von der Konkurrenz erhöht haben und es muss auf diesen Druck reagiert werden. Es kann eine Stakeholder-Management-Entscheidung sein oder das Unternehmen möchte sich von der reinen Finanzplanung zu einer strategischen Planung hin entwickeln. Zum anderen kann es sein, dass man am Puls der Zeit bleiben möchte und sich mit den Neuentwicklungen von CCH® Tagetik weiterentwickeln möchte – die Anforderung des continuous business improvements. 

Zumal die Contra-Argumente der Kernsanierung die Pro-Argumente des Neubaus sind und die Contra-Argumente des Neubaus die Pro-Argumente der Kernsanierung werden hier die Pro-Argumente der Kernsanierung und die Pro-Argumente des Neubaus aufgelistet.

Die stärksten Argumente für eine Kernsanierung sind, dass es bereits eine funktionierende Applikation gibt. Es muss nicht darauf gewartet werden, bis die neue fertig ist, sondern die aktuelle wird kontinuierlich angepasst und die neuen Implementierungen können sofort verwendet werden. Die starke Individualisierung der Applikation bleibt bestehen und die Endanwender müssen sich stückweise an die neuen Anforderungen gewöhnen und werden nicht ins „kalte Wasser“ geworfen. Das wohl stärkste Argument für den Neuaufsatz ist die Zukunftsfähigkeit der Applikation. Auch nach dem Go-Live kann sie flexibel erweitert und angepasst werden. Die Applikation ist gut skalierbar für zukünftige Entwicklungen. Das Hinterfragen und Reevaluieren der aktuellen Planung fällt leichter, um zu verstehen, was tatsächlich steuerungsrelevant ist. Ein Neubau bietet Chancen, wie die Verwendung von CCH® Tagetik Standards, des AI-Hubs oder die Verwendung eines predictive Forecasts. 

Wer kurzfristig Stabilität sucht, kann mit einer Sanierung Erfolge erzielen. Wer langfristig wachsen und innovativ bleiben will, sollte den Neubau ernsthaft prüfen. Aber auch hier muss jeder Use Case individuell analysiert werden.

 

Q & A potentiale Sessions

Als besonders positiv haben sich die wöchentlichen potentiale Sessions und das sehr fähige und wissende Team bei Miltenyi erwiesen. Die Sessions haben bereits bei der Überlegung einer Kernsanierung / eines Neubaus begonnen, also noch lange vor der Konzeptphase. Bei diesen wöchentlichen Treffen hat sich Miltenyi ein Thema ausgesucht, was drjve Berater dann im Detail vorgestellt haben. Hierbei ging es um konkrete CCH® Tagetik Standard Module, aber auch z. B. über best practices im Reporting. Die Treffen haben Miltenyi befähigt die Software besser zu verstehen und sie konnten somit in architektonische Entscheidungen eingebunden werden.

 

Umsetzungsphase

Wenn man den gesamten Pfad abgehandelt hat und die Entscheidung einer Kernsanierung bzw. eines Neubaus getroffen hat, dann ist es an der Zeit die Anforderungen umzusetzen. Bei einer Kernsanierung muss die gesamte Applikation umgebaut werden und an die neuen Anforderungen angepasst werden. Das bedeutet, dass jede einzelne Komponente der Applikation analysiert und umgebaut werden muss, was sehr zeitintensiv ist. Hierbei startet man in der Regel mit einem Prozess (Actual und dann Forecast oder Budget). Der Workflow und die Berechnungslogiken müssen angepasst werden. Hierfür muss die neue Logik definiert werden und geguckt werden, wie sie in die alten Strukturen integriert werden kann. Im Anschluss müssen alle Ein- und Ausgabeberichte angepasst werden. 

Abbildung 10: Umsetzungsphase Kernsanierung und Neubau.

Auch beim Neubau müssen in erster Linie die Anforderungen definiert und im Konzept abgebildet werden. Darauf folgt das Design des Datenmodells. Sobald dieses steht, müssen Stammdaten angelegt und Datenanbindungen entwickelt werden. Die Logiken müssen mit der Etablierung neuer Standards entwickelt werden und neue Ein- und Ausgabemasken, Rechenlogiken müssen erstellt werden und Module konfiguriert. Hier ist zu empfehlen nicht an alten festzuhalten, sondern sich zu überlegen, was tatsächlich für die Steuerung relevant ist.

 

Fazit

Die Blogreihe zeigt am Beispiel von Miltenyi Biotec, wie Unternehmen bei gewachsenen Planungsapplikationen zwischen Kernsanierung und Neubau entscheiden können: Während die bestehende CCH®-Tagetik-Lösung zwar viele Anforderungen abdeckt, leidet sie unter hoher Komplexität, mangelnder Transparenz, aufwendiger Wartung und Performanceproblemen, sodass neue Anforderungen wie Business-Segmentplanung, höhere Flexibilität und Zukunftsfähigkeit eine grundlegende Neubewertung erzwingen. Eine Kernsanierung punktet mit schnellerem Time-to-Value, geringerer Anfangsinvestition, laufender Nutzbarkeit und geringerer Belastung für Anwender, während ein Neubau vor allem langfristige Vorteile wie Skalierbarkeit, bessere Performance, geringeren Wartungsaufwand, Standardisierung, AI-Readiness und leichtere Erweiterbarkeit bietet. Die zentrale Erkenntnis lautet, dass es keine allgemeingültige Lösung gibt: Entscheidend sind eine strukturierte IST-Analyse, die Bewertung von Kosten, Nutzen, Risiken, Change-Aufwand, Flexibilität und Zukunftsfähigkeit sowie die Frage, ob kurzfristige Stabilität oder langfristige strategische Weiterentwicklung im Vordergrund steht.

 

Lesen Sie auch:

Teil 1: Systeme am Wendepunkt: Fortschritt neuer Applikationen

Teil 2: Sanierung vs. Neubau: Chancen und Risiken systematischer Erneuerung

Teil 3: Sanierung vs. Neubau: Kosten-Nutzen-Analyse und Entscheidungskriterien

Über das Unternehmen:

Miltenyi Biotec (geg. 1989) ist ein führendes Biotech-Unternehmen, das sich mit mehr als 4.700 Mitarbeiter:innen auf Zellsortierung (MACS) & Zelltherapie spezialisiert hat. Mit fast 1 Mrd. € Umsatz bietet es Lösungen von der Forschung bis zur Klinik (CAR-T-Zellen).

 

Über die Autorin:

Elena Schmidt Yáñez ist mit über 5 Jahren eine erfahrene Tagetik-Expertin für die Finanzplanung. Bei der drjve AG am Standort Berlin, hat sie zahlreiche Kunden bei der digitalen Transformation mit CCH Tagetik technisch und fachlich beratend und implementierend unterstützt.

Bei Fragen kommen Sie gerne direkt auf uns zu:

Hüseyin Inanli

Partner

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