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Global Minimum Tax nach BEPS Pillar Two

Mehr als nur eine weitere Steuerreform - ein Paradigmenwechsel für das Corporate Tax Management. 240 Milliarden US-Dollar. So hoch schätzt die OECD die jährlichen Verluste durch internationale Gewinnverlagerung.(1) Mit der Einführung der Global Minimum Tax (auch: BEPS Pillar Two) setzt die OECD jetzt einen globalen Gegenakzent: 15% Mindestbesteuerung – weltweit und länderbezogen.

Was ist BEPS Pillar Two?

BEPS steht für Base Erosion and Profit Shifting. Also das Aushöhlen von Steuerbasen und das Verschieben von Gewinnen.
Die OECD hat gemeinsam mit der G20 ein 15-Punkte-Aktionsprogramm aufgelegt, das globale Mindeststandards für gerechte Besteuerung schaffen soll.(5)

BEPS Pillar Two ist die zweite Säule dieses Programms und regelt:

  • Die globale Mindeststeuer von 15% auf Unternehmensgewinne,
  • die länderweise Berechnung der Effective Tax Rate (ETR),
  • und die Nachversteuerung über sog. Top-up Taxes, falls das 15%-Niveau nicht erreicht wird.

 

Wer ist betroffen?

  • Multinationale Unternehmensgruppen mit >750 Mio. EUR Umsatz im konsolidierten Konzernabschluss
  • Länderübergreifende Strukturen mit operativen Einheiten, Niederlassungen oder Beteiligungen in Staaten mit niedrigem Steuersatz

Selbst Unternehmen mit hohem Steuerniveau im Heimatland müssen handeln – denn die Berechnung erfolgt länderweise. Auch latente Steuern, Gruppenverrechnungen und interne Transaktionen werden berücksichtigt.

 

Die operativen Herausforderungen im CFO-Office

Die Umsetzung von BEPS Pillar Two stellt CFOs und ihre Teams vor gleich mehrere parallele Herausforderungen – fachlich, technisch und organisatorisch.

Zentral ist vor allem die Frage: Woher kommen die notwendigen Daten und in welcher Qualität?
Denn die Berechnung der effektiven Steuerquote (ETR) erfolgt länder- und entitätsbezogen. Dafür braucht es konsolidierungsfähige, standardisierte Finanz- und Steuerdaten. Eine Tiefe, die viele Systeme bisher nicht liefern.

Hinzu kommt: Die GloBE-Regeln definieren eine neue, standardisierte Berechnungslogik. Temporäre Differenzen, latente Steuern, Wechselkurse, interne Verrechnungen – all das muss berücksichtigt werden. Der manuelle Aufwand explodiert, die Fehleranfälligkeit steigt insbesondere, wenn Quartalsreportings unter Zeitdruck erstellt werden müssen.

Und schließlich verlangt die OECD eine revisionssichere Dokumentation und ein vollständiges Country-by-Country-Reporting. Das schafft neue Schnittstellen zwischen Steuerabteilung, Finanzteam und IT und erfordert klare Prozesse, abgestimmte Workflows und ein zentrales Datenmodell.

Was Unternehmen jetzt brauchen

Um die Anforderungen von BEPS Pillar Two strukturiert umzusetzen, benötigen Unternehmen:

  • Zentralisierte Datenarchitektur mit juristischer Trägerebene
  • Automatisierte Prozesse für Berechnung, Rückstellungen & Reporting
  • Szenarioplanung zur Simulation von Top-up Taxes
  • Geführte, versionssichere Workflows für Tax, Finance & Group Accounting
  • Flexibles Reporting, das ländergenau ist

Die zentrale Herausforderung:
Viele Steuerabteilungen arbeiten noch in lokalen Einzellösungen oder Tabellenmodellen, die weder skalierbar noch regelkonform sind.

 

CCH Tagetik als mögliche Plattform für BEPS Pillar Two

Eine etablierte Lösung für diese Anforderungen ist CCH® Tagetik Global Minimum Tax.(6) Die Software wurde gezielt für BEPS Pillar Two entwickelt und unterstützt multinationale Unternehmen in der:

  • Automatisierten ETR-Berechnung nach GloBE-Regeln
  • Integration von Finanz-, Steuer- und Konsolidierungsdaten
  • Simulation von Steuerszenarien und Rückstellungen
  • Revisionssicheren Dokumentation und Audit-Trail
  • Verteilung & Monitoring von Aufgaben über Workflows

Die Lösung ist bereits bei international agierenden Konzernen im Einsatz und lässt sich in bestehende Systemlandschaften integrieren.

Als drjve begleiten wir Unternehmen bei der fachlichen und technischen Implementierung von CCH Tagetik – von der Zielarchitektur bis zum operativen Roll-out.

 

Fazit: Compliance absichern – Resilienz aufbauen

BEPS Pillar Two ist kein Einmalprojekt.
Es ist der Einstieg in eine neue Ära der steuerlichen Transparenz mit Auswirkungen auf Reporting, Planung und Konzernsteuerung.

  • Wer rechtzeitig automatisiert, sichert Compliance
  • Wer Prozesse integriert, schafft strategische Transparenz
  • Wer flexibel plant, kann Steuereffekte aktiv steuern

Jetzt handeln bedeutet: Risiken reduzieren und Chancen nutzen.

Mit Lösungen wie CCH Tagetik und einem klaren Implementierungsfahrplan lassen sich auch komplexe Anforderungen wie BEPS Pillar Two zuverlässig und skalierbar abbilden für CFOs, die ihre Verantwortung als strategische Steuerer weiterdenken wollen.

Bei Fragen kommen Sie gerne auf mich zu:

Karin Dattko

Senior Consultant

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